About

Cima Città ist ein interdisziplinärer Residenzort in einer stillgelegten Schokoladenfabrik im Tessin. Ein Ort der Kreation, Konzentration und Vernetzung, der engagierte Personen aus Kunst, Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und Musik zusammenbringt. Durch den Austausch können neue, transdisziplinäre Ansätze auf drängende zeitgenössische Fragen gefunden werden. Das Areal der Schokoladenfabrik Cima Norma im Valle di Blenio bietet grosszügige Räumlichkeiten zur Arbeit an Projekten. Damit entsteht die erste alpine Residenz für vielfältiges gesellschaftliches Engagement, die Rückzug und Vernetzung ermöglicht.

Die Stimmung in der Cima Città lädt zum Verweilen ein und vermittelt Entschleunigung. Die Cima Città möchte fruchtbaren und kritischen Dialog fördern und zu neuen Formen der Zusammenarbeit ermutigen. Die Cima Città ermöglicht Einzelpersonen und Gruppen für einige Tage oder Wochen zusammen vor Ort zu leben und zu arbeiten. Es ist ein Ort frei von jeglicher Diskriminierung wie Sexismus und Rassismus. Alle sind willkommen und sollen sich wohlfühlen können.

Wir sind überzeugt, dass sich die zentralen Antworten auf drängende Fragen unserer Zeit nur im Austausch zwischen Kunst, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft gefunden werden können. Unser Ziel ist es daher, engagierte Stimmen aus möglichst diversen Disziplinen an einem Ort zusammenzubringen, der als Labor für Entwicklung und Austausch von mutigen Ideen fungiert.

Copyright Bilder: Nelly Rodriguez 2019. Die drei grossen Fabrikhallen sind im Besitz der Fondazione la Fabbrica del Cioccolato. Ausstellung mit Arbeiten von Markus Keibel, 2019.

Infrastruktur

Das Areal der stillgelegten Schokoladenfabrik Cima Norma besteht aus mehreren Gebäuden: Neben dem Hauptgebäude, welches über Hallen mit bis zu 1000m2 verfügt, gibt es diverse kleinere Nebengebäude mit ausgebauten Lagerräumen, die für Projekte genutzt werden können: ein Atelier, ein Musikraum, bzw. -studio, eine Werkstatt, ein Proberaum für Tanz und Performance, ein Co-Working-Space und einen Konferenzraum. Zurzeit befinden sich noch einige der Räumlichkeiten im Umbau und können daher erst Ende 2020 genutzt werden.

Das Gruppenhaus “Pensionato” (das eigentliche Vereins- und Residenzhaus) auf dem Fabrikareal verfügt über sechs Schlafzimmer, in denen bis zu 15 Personen in Zwei- und Dreibettzimmern untergebracht werden können, eine grosse Küche und vier Arbeits- und Aufenthaltsräume. Im Gruppenhaus “Adula”, welches sich ebenfalls auf dem Areal befindet, können zusätzlich bis zu 45 Personen untergebracht werden.

Location

Die Cima Città befindet sich zwischen den Dörfern Dangio und Torre auf 800 müM. Das Valle di Blenio im nördlichen Teil des Tessins erstreckt sich vom Lukmanierpass (1914m) talwärts bis nach Biasca. Das Tal wird vom Fluss Brenno durchflossen. Es ist durch seine Nord-Süd-Ausrichtung sehr sonnig und wird auch Valle del Sole genannt. Die Lukmanier-Passstrasse führt von Campo Blenio nach Disentis/Sedrun in der Bündner Surselva und ist ganzjährig befahrbar. Das relativ untouristische Valle di Blenio lebt v.a. von der Landwirtschaft und ist für seine Wander-, Kletter- und Bike-Routen bekannt.

Die Cima Città ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar (-> ab Biasca mit dem Bus 131 nach Dangio-Paese). Auf Anfrage können Parkplätze zur Verfügung gestellt werden.

Das Gelände ist nicht barrierefrei.

OpenStreetMap
Google Maps

Aufenthalt und Residenzen

In der Cima Città werden zwei Formen des Aufenthalts angeboten:

Selbstfinanzierte Aufenthalte

Unterkunft und Arbeitsräume können ganzjährig zum konzentrierten Arbeiten vor Ort gemietet werden. Der Arbeitsaufenthalt kann maximal zwei Wochen dauern.

Beispiele sind: Retraiten und Arbeitswochen von Vereinen und Kollektiven, Projektwochen von Hochschulen, Proben von Bands und freien Gruppen, Recherche und Projektarbeit von Einzelpersonen etc. Anfragen werden jederzeit entgegengenommen.
Die Kosten für die Aufenthalte müssen selbst getragen werden.

Bei Interesse bitte das Anfrageformular ausfüllen und an booking@cimacitta.ch senden.

Von Cima Città unterstütze Residenzen

Die Cima Città unterstützt jedes Jahr eine handvoll Projekte aus unterschiedlichen Disziplinen. Interessent*innen können sich auf die jährliche Ausschreibung bewerben.

Die gesprochene Unterstützung besteht aus der Übernahme von anfallenden Kosten für Übernachtungen und Miete von Arbeitsräumen (inklusive Infrastruktur) für alle am jeweiligen Projekt beteiligten Personen bis maximal vier Wochen. Per Diems werden nicht übernommen. Das Residenzprogramm beinhaltet keine technische Betreuung.

Für das Kalenderjahr 2020 können wir keine weiteren Residenzen unterstützen. Die Bewerbungsfrist für Residenzen 2021 ist der 15. September 2020. Alle weiteren Informationen zum Bewerbungsverfahren sind ab Juli 2020 hier verfügbar.

Kuratorisches Konzept

Die Cima Città ist offen für alle Disziplinen und Themen. Es werden keine Inhalte oder Formate grundsätzlich ausgeschlossen. Die Cima Citta veröffentlicht jedes Jahr eine Liste von Interessensschwerpunkten, die als Inspiration und zur Orientierung für Bewerber*innen dienen sollen. Ausserdem organisiert das Team von Cima Città jedes Jahr drei bis vier eigene Veranstaltungen (Workshop, Konferenzen etc.), die sich thematisch mit den formulierten Interessen auseinandersetzen.

2020 beschäftigen wir uns hauptsächlich mit folgenden Themen:

  • Die Zukunft des zivilgesellschaftlichen Engagements, und neue Formen des politischen Aktivismus, der Entstehung von neuen Netzwerken und der politischen Partizipation.
  • Die Auswirkung von Digitalisierung auf Fragen von Datenschutz, Überwachung, wirtschaftliche Ungleichheit, neue Formen von gesellschaftlicher Organisation und des Zusammenlebens. Ein besonderes Interesse gilt der Arbeit an der Schnittstelle von künstlerischen und gesellschaftlichen Herangehensweisen an ebendiese Themen. Vgl. dazu auch unser Programm 2020.
  • Die Entstehung neuer Perspektiven und wirtschaftlicher Möglichkeiten im alpinen Raum, dem Zusammenspiel mit Natur und Nachhaltigkeit, alternativen Lebensformen, und kultureller Diversität.

Hintergrund

Die Schokoladenfabrik Cima Norma, die seit 1968 ausser Betrieb ist und als Kaserne zwischengenutzt wurde, hat als Kulturort seine neue Bestimmung gefunden. Die 2015 gegründete Stiftung Fondazione La Fabbrica del Cioccolato hat sich dem Ausbau der stillgelegten Fabrik angenommen und Ausstellungen organisiert. Seit 2019 erweitert der Verein re/fugium das inspirierende Industrieareal um das Residenzprogramm Cima Città.

Entstehung Verein re/fugium

2015 sind Maximilian Stern und Lea Loeb auf der Suche nach einem geeigneten Ort für das investigative und interdisziplinäre Projekt re/fugium zufällig auf die stillgelegte Schokoladenfabrik aufmerksam geworden. Ziel von re/fugium war es, festgefahrene Ansichten von und über die Generation Y zu hinterfragen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen. Realisiert wurde re/fugium im Sommer 2016. Während acht Wochen lebten und arbeiteten Künstler*innen, Musiker*innen, Politiker*innen, Programmierer*innen, Filmer*innen, Theaterschaffende* aus der sogenannten Generation Y in der Cima Norma. Herzstück von re/fugium waren täglich stattfindende, freiwillige und selbstorganisierte Workshops.

Von re/fugium zu Cima Città

Inspiriert vom Projekt re/fugium hat eine kleine Gruppe beschlossen, auf dem Gelände der Cima Norma ein langfristig angelegtes Residenzprojekt zu planen. 2018 ist das erste Konzept dazu entstanden und es haben bereits Gespräche mit möglichen Partnerinstitutionen stattgefunden. Ebenfalls 2018 wurde dem Verein re/fugium das Residenzhaus “Pensionato” zur dauerhaften Miete ab 2019 angeboten. 2019 hat sich die neue Projektgruppe konstituiert und das Projekt wurde gestartet.

Team

Hinter Cima Città steht der 2015 gegründete nonprofit Verein re/fugium. Das Residenzprojekt Cima Città wird von einem siebenköpfigen Team betreut und geleitet. Das Projektteam ist deckungsgleich mit dem Vorstand des Vereins. Das Team ist disziplinär breit aufgestellt, sehr gut vernetzt und hat seine Basis in Zürich. Neben dem Projektteam zeichnen auch weitere Mitglieder des Vereins re/fugium für Teilprojekte von Cima Città verantwortlich.

Lea Loeb

ist Dramaturgin und Kuratorin. Sie ist Teil der Programmgruppe des Zürcher Theater Spektakel und Assistenz der künstlerischen Leitung. Nebenbei absolviert sie einen Master in Transdisziplinarität an der ZHdK. Loeb ist Mitbegründerin des interdisziplinären Künstler- und Kuratoren Kollektivs FRICTION, mit welchem sie den Offspace Perla-Mode in Zürich kuratiert hat. 2015/2016 kuratierte FRICTION, im Rahmen einer einjährigen Residency, den Kunstraum Nordflügel des Theaterhauses Gessnerallee. Lea Loeb ist Mitbegründerin und Organisatorin des Musik- und Performance-Festivals PERLATON. In den Spielzeiten 16/17 und 17/18 hat sie als Programmdramaturgin am Theater Neumarkt in Zürich und am Südpol in Luzern gearbeitet.

Maximilian Stern

M.A., hat Politikwissenschaft, Volkswirtschaft und Europarecht in Zürich und München studiert. Er war 2009 Mitgründer des Think-Tanks foraus - Forum Aussenpolitik. Als solcher war er während vier Jahren Geschäftsführer und ist heute Mitglied des Vorstandes. Anschliessend hat er als Mercator Fellow an der Schnittstelle zwischen Innovation, Technologie und demokratischen Beteiligungsmöglichkeiten gearbeitet. Heute ist Maximilian Partner der Beratungsfirma crstl und Vizepräsident des staatslabors, einer Institution, die sich für Innovation in der öffentlichen Verwaltung einsetzt. Zuletzt hat er die “Agenda für eine digitale Demokratie” veröffentlicht (NZZ Libro Juni 2018). Stern arbeitet bei der Stadt Zürich im Bereich Smart City.

Lukas von Blarer

ist selbständiger Web Developer (attribute GmbH), spezialisiert auf Frontend Entwicklung. Neben seiner Tätigkeit als Programmierer, verbringt er viel Zeit mit seiner Leidenschaft, der Musik. Er war der Initiator des ersten PERLATON Festivals und übernimmt einige der wichtigsten organisatorischen Aufgaben im Verein. Nebenbei engagiert er sich bei der Digitalen Gesellschaft, eine gemeinnützige Organisation, welche sich für Ethik im digitalen Wandel einsetzt. Als DJ Lukrativ spielt er regelmässig an Partys in Zürich.

Francesca Giardina

arbeitet im digitalpolitischen Umfeld als stv. Geschäftsleiterin der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit. Sie ist co-Leiterin der Arbeitsgruppe Digital der politischen Bewegung Operation Libero und hat die jährliche Konferenz für Digitale Nachhaltigkeit DINAcon seit der Gründung geleitet und moderiert. Davor war sie als Multimedia Produzentin in Sport- und Kulturinstitutionen tätig. Sie absolviert den interdisziplinären Master of European Global Studies an der Universität Basel.

Stefan Breit

ist Umweltwissenschaftler und Zukunftsforscher. Aktuell arbeitet er als Researcher am GDI Gottlieb Duttweiler Institut und analysiert gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Veränderungen mit den Schwerpunkten Wohnen, Infrastruktur und Umwelt. Zuvor studierte er Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich. Nach einem Praktikum im Projekt NEST an der Empa Dübendorf zum Thema Innovationen im Gebäudebereich arbeitete er für ein halbes Jahr im Global Scanning Network für das Copenhagen Institute for Futures Studies.

Jessica Huber

Ihr künstlerisches Schaffen gleitet zwischen unterschiedlichen Performance-Welten vor und zurück: Während ihre frühen Arbeiten primär choreografisch geprägt waren, variieren die neueren Produktionen erheblich hinsichtlich ihrer Form und Ausprägung. Was die Arbeiten jedoch verbindet, ist die Suche nach einer Praxis und Ästhetik des Teilens und Austauschens und der gelebte Wunsch nach Kollaboration. Entsprechend hat Jessica die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern zu ihrer primären Arbeitsmethode gemacht: Formate wie Walks, Residenzen und Workshops sind für sie nicht nur inspirierende Momente der Interaktion, sondern wesentlicher Teil des Kreationsprozesses.

Dominik Wolfinger

ist freier Drehbuchautor, Dramaturg, Kulturjournalist und Narrative Designer für Computerspiele. Er selbst sieht seine Bestimmung im Erzählen von Geschichten und drückt sich gerne in unterschiedlichen Medien aus. Wolfinger ist Mitbegründer des Onlinemagazins tsüri.ch, wo er regelmässig als Journalist tätig ist. Ausserdem hat er das Kollektiv Bild mit Ton mitbegründet. Ab und an steht er selber auf der Bühne oder vor der Kamera, obwohl er sich am liebsten vor einem leeren Word File wiederfindet.

Lorenz Hubacher

ist Kunsthistoriker, Kurator, Kulturvermittler. Er arbeitet und engagiert sich in diversen Kulturbetrieben und -projekten verschiedener Sparten. Er arbeitete für die Gessnerallee Zürich und das Zürcher Theater Spektakel, kuratierte von 2012 bis 2017, im Auftrag der Stadt Zürich, Ausstellungen im Atelier Hermann Haller, ist Teil des Organisationsteams der Internationalen Kurzfilmtage Winterthur und arbeitet zur Zeit für den unabhängigen Radiosender GDS.FM sowie als freischaffender Kunsthistoriker.

Mitgliedschaft

Der Verein re/fugium freut sich über neue Mitglieder!
Vereinsmitglieder erhalten viermal jährlich ein Update zum Stand des Projekts per Mail. Einmal jährlich findet eine Generalversammlung in der Cima Norma statt. Vereinsmitglieder* haben die Möglichkeit, im Austausch mit dem Vereinsvorstand Inputs für das Programm der Cima Città einzubringen. Ausserdem haben Mitglieder bevorzugten Zugang zur Miete von Räumlichkeiten im Vereinshaus "Pensionato".

Die reguläre Mitgliedschaft kostet CHF 50.- pro Jahr. Eine Gönnermitgliedschaft kostet 100.-. Die Mitgliedschaft tritt durch das Einzahlen des Beitrags in Kraft.
Sollte der Betrag von CHF 50.- zu hoch sein, schreibe uns eine Mail an info@cimacitta.ch.

Nach Ausfüllen dieses Formulars, erhalten Sie in den nächsten Wochen eine Mail mit der Zahlungsverbindung.

Werde Mitglied

Kontakt

Verein re/fugium
Strada Vecchia 100
6717 Torre
Anfragen zu Residenzen, Retraiten, Workshops, Konferenzen etc: booking@cimacitta.ch
Sonstige Anfragen: info@cimacitta.ch

Impressum

Development: ATTRIBUTE (Alex Jenter, Lukas von Blarer)
Design: Christof Täschler